Herbert Fischer

(M)eine Familienforschungsseite ...

Franz Krones

Franz Krones

männlich 1868 - 1927  (59 Jahre)


 

Mord und Selbstmord in Ottakring (12. Juni 1927)

Ein Artikel von Herbert Fischer, veröffentlicht auf gfraster.at am 26. März 2011

Mord und Selbstmord in Ottakring (12. Juni 1927)

Alle Zeitungen in Wien haben damals über das tragische Ereignis vom Sonntag, den 12.  Juni 1927 berichtet. Nur der Inhalt der Berichte unterscheidet sich  ziemlich. Da wurde viel gedichtet. In den Zeitungen steht, Otto Krones hätte sich mit Leuchtgas in seiner Wohnung umbringen wollen, weil er  unglücklich verliebt war, und vergessen, dass sein Enkelkind [Hermann Fischer] (mein Onkel) bei ihm geschlafen hat. Sein Urnengrab am Wiener Zentralfriedhof lautet aber auf den Namen Franz Krones.


Der Metallschleifer Franz Krones wohnte in Ottakring (Wien 16. Bezirk), Speckbachergasse 30 (siehe dazu auch Lehmann Adressbuch). Er war verheiratet mit Barbara Josefa Fischer, der Mutter meines Großvaters Franz Fischer, war aber wahrscheinlich nicht der leibliche Vater von Franz (Barbara hat den Vater damals nicht angegeben).

Franz hatte viele Kinder aus erster Ehe mit Maria Koworčzik (Franz, Karl, Ernestine und Hermann) und einer unehelichen Beziehung (nachdem seine 2. Frau kurz nach der Hochzeit starb) mit der damals verwittweten Katharina verw. Stadlbauer geb. Eberl (Josef, Friedrich und Erich), die aus ihrer Ehe auch Kinder einbrachte (Katharina und Anneliese). Insgesamt damals 8 Kinder für eine so kleine Wohnung - Franz und Katharina wohnten in Ottakring, Klopstockgasse 1 (das Haus steht noch) und war Bäckergehilfe - unweit der Wohnung des Franz Krones, wobei aber Einige schon erwachsen waren. Barbara Josefa war ein Pflegefall und im Krankenhaus Lainz, und die Enkelkinder war sehr häufig bei ihrem Großvater. Und eines Tages kam es zur Tragödie, über die sehr unterschiedlich berichtet wurde.

Am Partezettel steht unter Eltern: "Franz und Katharina Fischer". Auch das ist etwas vereinfacht. Die beiden waren (noch) nicht verheiratet und Hermann war das Kind der verstorbenen Maria Koworčzik aus erster Ehe. Die Kinder mit Katharina hießen damals Eberl und die von Katharinas erster Ehe Stadlbauer. Also 3 Familiennamen in der "Patchworkfamilie" 1927.

Quelle für die Zeitungsausschnitte: Österreichische Nationalbibliothek - ANNO

Neue Freie Presse



In der Neuen Freien Presse vom 13.6.1927 (Seite 5)  heißt der Stiefvater Karl KRONES. Die genaue Adresse Speckbachergasse 30 wird angegeben, unter der im Lehmann "Franz" eingetragen war. Vertraulichkeit war nicht unbedingt das Thema, und so wurde auch der Namen meines Großvaters Franz Fischer mit dessen Adresse, Familienstand und Beruf angeführt. Die Presse schildert lang, extrem detailliert und sachlich und erfindet sonst kaum etwas dazu - was man von den anderen Blättern nicht gerade behaupten kann.

Liebestragödie eines Neunundfünfzigjährigen

Großvater und Enkel tot

Eine Tragödie, die Sonntag vormittag entdeckt wurde und die sich in Ottakring ereignet hat, hat großes Aufsehen im Bezirk hervorgerufen. Im Hause 16. Bezirk, Speckbachergasse 30, bewohnt der 59 jährige Metallschleifer Karl Krones eine aus Zimmer und Küche bestehende ebenerdig gelegene Wohnung. Die Frau des Mannes, die kränklich ist, befindet sich seit einiger Zeit im Versorgungshaus in Lainz und der Mann führt sich selbst die Wirtschaft. Da er ganz allein hauste, pflegte er hie und da abwechselnd eines der neun Kinder seines Stiefssohnes, des Bäckergehilfen Franz Fischer aus Klopstockgasse 1, auf einen bis zwei Tage zu sich zu nehmen und es auch über Nacht bei sich zu belassen. So hatte auch die Nacht zum Sonntag sein 13 jähriges Enkelkind, der Bürgerschüler Hermann Fischer, bei dem Großvater geweilt. Samstag abend waren Großvater und Enkelkind noch von Parteien gesehen worden. Sonntag gegen 7 Uhr früh kamen nun zwei Geschwister des kleinen Fischer an der Wohnung des Krones vorbei, stiegen von ihren Rädern und klopften an die Fensterscheiben der ebenerdig gelegenen Wohnung, doch zeigte sich niemand. In der Meinung, man schlafe noch, fuhren sie wieder weg und kehrten gegen 10 Uhr vormittags zum Hause in der Speckbachergasse zurück. Neuerlich klopften sie, rüttelten schließlich an der Eingangstür, doch vergeblich. Nun verständigten sie, mißtrauisch geworden, die Hausparteien, Sicherheitswache wurde geholt, und als man nach Einschlagen der Fensterscheiben in den Schlafraum gelangte, verspürte man intensiven Leuchtgasgeruch und sah Krones und sein Enkelkind Fischer leblos in den Betten liegen. Man verständigte die Rettungsgesellschaft, doch konnte der Inspektionsarzt bei beiden nur mehr den bereits erfolgten Eintritt des Todes feststellen. Der Tod dürfte zweifellos in den Morgenstunden des Sonntag eingetreten sein. Die Verbindungstür vom Zimmer in die Küche, wo der Gasherd steht, war offen und der Hahn der Gasleitung war aufgedreht. Nach einem vorgefundenen Abschiedsbrief des Krones hat er die Tat wegen unglücklicher Liebe begangen. Warum er auch das Enkelkind in den Tod mitgenommen, ist bisher noch vollständig unaufgeklärt. Wie Dr. Bindl feststellte, hat der 59 jährige Mann seit einiger Zeit mit einem 30 Jährigen Mädchen ein Verhältnis unterhalten, einer Kassierin, die er vor zirka sechs Wochen kennen gelernt hatte. Augenscheinlich wollte er die Kassierin heiraten, doch stand ihm seine in der Versorgung befindliche Frau im Wege (Anm.: seine Frau starb 1928). Am Samstag abend war der mann noch guter Dinge und nichts ließ auf die bevorstehende Tat schließen. Es ist möglich, daß er vielleicht bei Ausführung der Tat gar nicht daran gedacht hat, daß er auch sein Enkelkind in den Tod mitnehmen könnte.

Das kleine Blatt



Im Kleinen Blatt vom 13.6.1927 (Seite 2) heißt der Stiefvater Stephan KRONES. Wir lesen hier auch, dass seine Frau (Barbara Josefa FISCHER) seit 6 Jahren, also seit 1920 gelähmt war und im KH lag. Hermann wird hier 11jährig (tatsächlich war er 12) angeführt.

Wer genau liest: im Text wird versucht, durch Abkürzung "K."  zunächst den Familiennamen geheimzuhalten, an einer Stelle steht dann  aber "...Aber Kroneis..." - zwar mit Tippfehler, aber nun doch verraten.

Mit dem Enkelkind in den Tod

Alkohol und unglückliche Liebe

In Ottakring hat sich der 59jährige Metallschleifer Stephan K. in der Nacht auf Sonntag mit Leuchtgas vergiftet. Der unglückseligen Tat ist auch das Enkelkind des Selbstmörders, der 11jährige Hermann Fischer, zum Opfer gefallen.

Wir erfahren dazu folgende Einzelheiten: Die Frau des K. ist seit  sieben Jahren gelähmt. Vor ein paar Wochen wurde sie in ein Spital  gebracht. In der Wohnung blieb K. mit dem 11jährigen Buben seines  Stiefsohnes zurück. Er sprach schon seit drei Wochen in seinem  Bekanntenkreis davon, daß er Selbstmord durch Leuchtgas verüben wolle.  Doch nahm niemand seiner Freunde diese Äußerungen ernst. Vor einiger  Zeit lernte der 59jährige, stets gut gelaunte Mann ein 30jähriges, als  Kassierin bedienstetes Mädchen kennen, mit der er bald in nähere  Beziehungen trat. Da er nun keine Möglichkeit sah, dieses Mädchen zu  heiraten, scheint er beschlossen zu haben, freiwillig aus dem Leben zu  scheiden. Wäre er stets im Vollbesitz seiner Sinne gewesen, so scheint  es völlig ausgeschlossen, daß er sein Enkelkind, für das er sehr gut  sorgte, in den Tod mitgenommen hätte. Aber Kroneis, der in der  Regel ein liebevoller Gatte und verläßlicher Mensch war, pflegte sich  mitunter, gewöhnlich am Freitag, wenn er seine Wochenlöhnung bezog, zu  betrinken. Samstag wurde er bereits um 1 Uhr in der Nähe seiner Wohnung  in betrunkenem Zustande gesehen. Nachmittags suchte er noch ein Gasthaus  auf, in dem er eingeschlafen ist. Von dort ging er erst abends nach  Hause und öffnete in den Morgenstunden den Gashahn des Rechauds (Anm.:  Herd) und des Backrohres.

Er dürfte in seinem Rausche gar nicht daran gedacht haben, daß er damit auch den kleinen Hermann tötet.

Am Vormittag wurde die Tat entdeckt. K. hat einen Abschiedsbrief  zurückgelassen. Die eine Seite des Zettels war an seinen Sohn gerichtet  und enthielt Mitteilungen über den Aufbewahrungsort von Bargeld. Auf der  anderen Seite war der Abschiedsgruß an die Gattin aufgeschrieben, in  dem zu lesen steht, daß der Mann aus unglücklicher Liebe freiwillig in  den Tod zu gehen beschlossen hat.

Die Neue Zeitung



In der Neuen Zeitung vom 13.6.1927 (Seite 3) heißt der Stiefvater „Leo KRONES“. Angegeben wird hier auch die genaue Adresse: 16., Speckbachergasse 30. Und dann ist noch zu lesen, dass seine Frau im Versorgungshause Lainz liegt. Auch der Stiefsohn [Franz Fischer], Bäckergehilfe und Vater von 9 Kindern, wird namentlich erwähnt.

Hermann starb hier 13jährig (er starb aber im 13.Lebensjahr, war also 12jährig).

Mord und Selbstmord eines Neundunfünfzigjährigen

Im Hause 16. Bezirk, Speckbachergasse 30, wohnt der 59jährige Metallschleifer Leo Krones.  Seine Frau befindet sich seit einiger Zeit im Versorgungshause in  Lainz. Da er ganz allein haust, pflegte er hie und da abwechselnd eines  der neun Kinder seines Stiefsohnes, des Bäckergehilfen [Franz Fischer] auf einen bis zwei Tage zu sich zu nehmen. So hatte auch die Nacht zum Sonntag sein 13jähriges Enkelkind, der Bürgerschüler Hermann Fischer,  bei seinem Großvater geweilt. Sonntag vormittag fand man beide in der  mit Leuchtgas erfüllten Wohnung tot auf. Der Hahn der Gasleitung war  aufgedreht. Nach einem vorgefundenen Abschiedsbriefe des Krones hat er  die Tat wegen unglücklicher Liebe begangen. Warum er auch das Enkelkind  in den Tod mitgenommen, ist bisher noch vollständig unaufgeklärt. Wie  mitgeteilt wurde, hat der 59jährige Mann seit einiger Zeit mit einer  30jährigen Kassierin ein Verhältnis unterhalten, die er offenbar  heiraten wollte, doch stand ihm seine in der Versorgung befindliche Frau  im Wege. Nichts ließ auf die bevorstehende Tat schließen. Es ist  möglich, daß er vielleicht bei Ausführung der Tat gar nicht daran  gedacht hat, daß er dabei auch sein Enkelkind in den Tod mitnehmen  könnte.

Die Reichspost



Der Artikel in der Reichspost vom 13.6.1927 (Seite 4) ähnelt stark dem der Neuen Zeitung. Allerdings heißt hier der Stiefvater Otto Krones. Neben der Adresse der Fam. Krones wird hier auch die genaue Adresse des Stiefsohnes in der Klopstockgasse 1 angeführt.

Auch hier ist die Altersangabe von Hermann falsch.

Eine Tragödie in Ottakring

Großvater und Enkel tot.

In der Speckbachergasse 30 im 16. Bezirk wohnt der 59jährige Metallschleifer Otto Krones.  Seine Frau befindet sich seit einiger Zeit im Versorgungshaus in Lainz  und der Mann führt sich selbst die Wirtschaft. Da er ganz allein hauste,  pflegte er hie und da abwechselnd eines der neun Kinder seines Stiefsohnes, des Bäckergehilfen Franz Fischer aus der Klopstockgasse 1,  auf einen bis zwei Tage zu sich zu nehmen und es auch über Nacht bei  sich zu belassen. So hatte auch die Nacht zum Sonntag sein 13jähriges  Enkelkind, der Bürgerschüler Hermann Fischer, bei dem Großvater geweilt.  Sonntag vormittag fand man nun die beiden tot auf. In der Wohnung  machte sich intensiver Leuchtgasgeruch bemerkbar. Die  Rettungsgesellschaft konnte bei beiden nur mehr den bereits erfolgten  Eintritt des Todes feststellen. Nach einem vorgefunenen  Abschiedsbriefe  des Krones hat er die Tat wegen unglücklicher Liebe begangen. Warum er  auch das Enkelkind in den Tod mitgenommen, ist bisher noch vollständig  unaufgeklärt.

Wiener Sonn- Montags-Zeitung



Der Artikel in der Wiener Sonn- und Montagszeitung vom 13.6.1927 (Seite 3) ist sehr ausführlich. Interssanter Weise steht hier der richtige Vornamen "Franz" - das haben die anderen Zeitungen nicht geschafft! Die Überschrift ist aber jedenfalls misslungen, weil sie Tötungsabsicht unterstellt. Die Ausschmückungen sind lesenswert. Auch interessant: sein Arbeitgeber wird angeführt: Firma Grillenmeyer. Auch sein Wochenlohn steht dabei: 80 Schilling.

Inhaltlich wirkt dieser Artikel genauso seriös, wenn auch ausgeschmückt, wie der in der Neuen Freien Presse. Inhaltlich unterscheiden sie sich etwas.

Die Liebestragödie eines Großvaters

Der Großvater tötet seinen Enkel und begeht Selbstmord.

Die traurige Tatsache, daß zwei Ehegatten im Altern nicht gleichen Schritt halten und daß ein Teil dahinwelkt, während des anderen Sinne noch manches vom Leben fordern, hat gestern wieder zu einer erschütternden Katastrophe geführt. Im Hause 16. Bez., Speckbachergasse 30, bewohnte der 59 jährige Metallschleifer Franz Krones ebenerdig eine aus Zimmer und Küche bestehende Wohnung. Während Franz Krones ein für seine Jahre noch gut erhaltener fescher Mann war, kränkelte seine Gattin beständig und mußte kürzlich in das Lainzer Versorgungshaus gebracht werden. Das Eheleben in der Familie war das denkbar beste. Franz Krones betreute mit rühender Sorgfalt seine Gattin. Als er nun allein in der Wohnung war, führte er sich selbst die Wirtschaft, doch kamen abwechselnd die Kinder seines Stiefsohnes, des Bäckergehilfen Franz Fischer zu ihm, damit er nicht ganz allein sei.

Trotzdem empfand der gesunde, rüstige Mann die Einsamkeit schwer und suchte Anschluß an Frauen, was ihm die Mißbilligung mancher Nachbarn eintrug. So unterhielt er angeblich ein Verhältnis mit einer etwa 30 jährigen Kassierin, die er vor etwa sechs Wochen kennengelernt hat. Man behauptet, er habe diese Frau heiraten wollen, und seine Gattin sei ihm hiebei im Wege gestanden. Nach einer anderen Version verzehrte sich der Alternde in hoffnungsloser Liebe zur 25 jährigen Gattin eines beschäftigungslosen Arbeiters, der - so spricht man in der Umgebung seines Hauses - eine Affäre mit einem Kind gehabt haben soll. Die junge Frau kam oft zu Krones, der auch zu ihrem Gatten in freundschaftlicher Beziehung stand.

Gestern hätte Krones mit seinen Enkelkindern, dem genannten Arbeiter und dessen Frau einen Ausflug in die Umgebung Wiens machen sollen. Am frühen Morgen kamen zwei der Enkelkinder, um den Großvater und dessen 13 jährigen Lieblingsenkel Hermann Fischer, der bei ihm die Nacht verbracht hatte, zu wecken. Als auf wiederholtes Pochen niemand öffnete, dachten die beiden Kinder, der Großvater läge noch in tiefem Schlafe und gingen wieder fort. Um 10 Uhr vormittags kamen sie abermals und gleichzeitig fand sich auch der mit Krones befreundete Arbeiter ein.

Als das Pochen wieder vergeblich blieb, zertrümmerte der Arbeiter ein Fenster und stieg durch die Fensteröffung in die Wohnung ein, aus der ihm starker Leuchtgasgeruch entgegenschlug. In den Ehebetten die ihm Zimmer stehen, lagen Franz Krones und sein Enkel Hermann Fischer, beide leblos. Die schnell herbeigerufene Rettungsgesellschaft konnte nur mehr den Eintritt des Todes feststellen.

Vom Polizeikommissariat Ottakring fand sich unter Führung des Journalbeamten, Polizeikommisär Doktor Bindl, eine Kommission an der Unglücksstätte ein, um die entsprechenden Erhebungen einzuleiten. Aus dem vorgefundenen Tatbestand konnte man schließen, daß der Tod nicht durch Zufall, sondern mit Absicht herbeigeführt worden war. Die Türe vom Zimmer nach der Küche stand offen und die Leitung des Gasherdes war aufgedreht. Alle Zweifel schwanden, als man noch zwei Abschiedsbriefe fand, die an die Frau des Freundes gerichtet sind und in denen Krones seine Liebe als Motiv der Tat bezeichnet. "Verzeih'' mir," heißt es dort, "ich scheide aus dem Leben."

Warum Krones seinen Lieblingsenkel mit in den Tod nahm, ist nicht ganz klar. Vielleicht dachte der sicherlich in einer gewissen psychischen Verwirrung befangene Mann gar nicht daran, daß auch das Kind sterben werde. Vielleicht auch war es ihm ein Trost, gerade diesen Lieblingsenkel auf den Weg ins Ungewisse mit sich zu nehmen.

Franz Krones war bei der Firma Grillenmeyer beschäftigt, wo er als sehr tüchtiger und braver Arbeiter galt und 80 Schilling wöchentlich verdiente. Er war ein lebenslustiger Mann, der gegen Ende der Woche manchmal ein wenig über den Durst trank und in diesem Zustande gelegentlich auch recht erregt werden konnte. Seine Frau ist seit Jahren leidend und gelähmt. Er führte sie oft im Wagen spazieren und umgab sie mit aller Sorgfalt.

Nach Meinung des Polizeiarztes dürfte der Tod des Großvaters und des Enkels in den Morgenstunden des Sonntags eingetreten sein. Nachbarn behaupten, daß die Frau, der die unglückselige Liebe dieses Mannes gegolten hatte, am Samstag spät abends noch in dessen Wohnung gewesen sei und sie erst um 3 Uhr früh verlassen habe. Die Erhebungen werden fortgesetzt.

Wiener Zeitung



Auch in der Wiener Zeitung vom 14. Juni war eine kurze Meldung.

Mord und Selbstmord

Der 59 jährige Metallschleifer Leo Krones und der 13 jährige Bürgerschüler Hermann Fischer, dessen Vater ein Stiefsohn des Krones ist, wurden Sonntag vormittags in der mit Leuchtgas erfüllten Wohnung des Krones tot aufgefunden. Aus einem Abschiedsbrief des Krones geht hervor, daß er Selbstmord verübt hat. Das Kind hat er aus unbekannter Ursache in den Tod mitgenommen.

Das Grab der Verstorbenen

Die Asche der Verstorbenen Franz Krones und seines "Enkelkindes" bzw. des Kindes seines Stiefsohnes ruht bei der Feuerhalle Simmering. Auch die kurze Zeit später verstrobene Barbara Josefa Krones geb. Fischer wurde am gleichen Ort bestattet. Auch im Friedhofsregister sind die Daten falsch: das Kind heißt dort Helmut "Fischa". Und als Datum der Urnenbestattung wird der 07.04.1943 angeführt (Abteilung 3, Ring 2, Gruppe 7, Nummer 14). Da waren alle schon sehr lange tot.

Im gleichen Grabort sind Gilly Josef Friedrich, Gilly Leopold und Gilly Maria Anna eingetragen, die in der Familie unbekannt sind.


Besitzer des Originals bzw. der VorlageHerbert Fischer
Datum26 Mrz 2011
Verknüpft mitHermann Fischer (Tod); Franz Krones (Tod)






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