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Kapellmeister Julius Kastner (1885-1971)
Ein Artikel von Herbert Fischer, veröffentlicht auf gfraster.at am 30. Jänner 2011
[Julius Kastner] (1885-1971), ein Onkel meiner Mutter Theresia Fischer geb. Challupner war der Schwager meines Großvaters Eduard Karl Challupner oo mit Rosalia geb. Baar. Er war verheiratet mit der "Malitant", wie sie meiner Mutter immer nannte - Amalia geb. Challupner, der Schwester meines Großvaters.
Gewohnt hat er in Floridsdorf, wo sein Schwiegervater Rudolf Maximilian Challupner ein Gasthaus betrieben hat. Dieser hatte auch einen Bootsverleih und der Nebenarm der Donau, die "Challupner Lacke" trug noch viele Jahrzehnte seinen Namen.
Seine Wohnung war in der Freytaggasse nahe der Alten Donau (auf der Nachbarstiege wohnten meine Schwiegereltern Stefanie & Rudolf Ottensteiner). Wahrscheinlich hat sie auch oft das Klavierspiel in der Wohnung gehört, wo er zahlreichen Schülern Unterricht gegeben hat. Und noch ein Zufall: auch mein Schwiegervater hat bis zu seiner Pensionierung bei den Wiener Verkehrsbetrieben gearbeitet. Ebenso die Schwester meiner Mutter, Stefanie Holba geb. Challupner.
1919 hat mein Großonkel Kapellmeister Julius Kastner die durch den 1. Weltkrieg unterbrochene Vereinstätigkeit des "Musikvereins der Angestellten der Städtischen Straßenbahnen in Wien" (gegründet 1894) wieder aufgenommen und die musikalische Leitung des Orchesters übernommen. Damals setzte sich das Orchester aus einem Streichorchester und dem heute noch aktiven Blasorchester zusammen. Mit Unterstützung der Vereinsleitung und des damaligen Bürgermeisters Karl Seitz hatte der Verein damals 11.000 Mitglieder!
1923 gab es eine glorreiche Aufführung der 5. Symphonie Ludwig van Beethovens durch das Streichorchester in der Wiener Hofburg.
1928 wurde eine Orchesterschule für Kinder gegründet, in der bis zu 140 Kinder mitwirkten.
Kapellmeister Julius Kastner hat über die Jahre mehrere bekannte Märsche komponiert, wie den Kinderfreunde-Marsch, der 1924 zum 30-Jahr-Jubiläum im Brauhaus Rannersdorf uraufgeführt wurde. Auch der Rote Falken-Marsch entstammt seiner Feder und für Klavierschüler hat er die Liederperlen-Reihe zusammengestellt, die noch immer im Musikunterricht eingesetzt wird.
1934 zum 40-Jahr-Jubiläum wurde noch im Arbeiterheim Ottakring gefeiert. Bei den Februarkämpfen kurz danach wurde das Haus zerstört und der Verein wurde enteignet. Als dann auch noch im Wiener Prater das Archiv wertvolle Bestände und Instrumente zerstört wurden, war der Kummer perfekt.
1953 musste er 68-jährig krankheitsbedingt die Leitung des Streichorchesters abgeben, leitete aber weiterhin das Blasorchester.
Im Juli 1971 starb er im Alter von 86 Jahren. Begraben wurde er am Friedhof Großjedlersdorf. Die Grabadresse lautet Gruppe 6PL Reihe – Nummer 89/ Grabname: Herynek (das Grab wurde 1994 neu erworben, seine Gebeine liegen nunmehr in der Grabsohle. Auch dort begraben ist seine Frau Amalie (+1958), seine Mutter Elisabeth (+1939) und sein Vater Julius (+1911).
Kapellmeister Julius KASTNER hat folgende Werke komponiert:
Von ihm bearbeitet wurden:
| Besitzer des Originals bzw. der Vorlage | Herbert Fischer |
| Datum | 30 Jan 2011 |
| Verknüpft mit | Julius Kastner (Beruf) |
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